Chronik

1933 bis 1950

Das Blasorchester Sedelsberg hat in seiner Geschichte viele Veränderungen erlebt. Um einen Überblick über die Gründerjahre des Vereins zu gewinnen, hatte der Vorstand im Jahre 1983 die Gründungsmitglieder geladen. Leider konnten nur noch wenige ehemalige Musiker der Einladung folgen, da die meisten Mitglieder der Vereinsgründung im Kriege ihr Leben lassen mussten oder in der Nachkriegszeit gestorben sind.

Bei diesem Gründertreffen ergriffen alle ehemaligen Mitglieder auch noch einmal das Instrument. Bereits nach der dritten Ansatzprobe war man sich einig, dass der Verein nicht 1933, sondern 1932 gegründet worden sein müsste.

„Denn, meine Herren“, konnte Bürgermeister Tellmann seine Behauptung beweisen, „am 1. Mai 1933 mussten wir schon auf der Karl- Röver- Wiese in Ramsloh für die Braunen zum Marsch blasen. Und vorher müssen wir ja wohl geübt haben, nicht?“.

 

Gründung 1933

Eine Urkunde liegt über die Gründung nicht vor und so einigte man sich auf dem Gründertreffen, dass das 50- jährige Jubiläum des Vereins 1983 gefeiert wird und das das Gründungsjahr dementsprechend 1933 war. Zu Beginn nannte sich der Verein Jugendkapelle Sedelsberg und sollte hauptsächich bei kirchlichen Anlässen mitwirken.
Der erste Dirigent war Kaplan Meyer. Die ersten Musiker im Verein waren Gerhard Bruns, Herman Gehlenborg, August Horstmann, Fritz Thien, Herman Klären, Johann Knelangen, Anton Fortwengel, Heinrich Horstmann, Franz Scepaniak, Dirk Segger, Ignatz Horstmann, Ahlrich Weinobst, Anton Hempen, Herman Tellmann, Josef Lampe, Wilhelm Töpfel, Herman Fromme, Heinz Weinobst und Herman Widanka.

1933 bis zum Krieg

Die Hörner besorgte Dirigent Kaplan Meyer aus Echterholz bei Emstek. Dafür lieh er extra einen LKW von der Firma Wolf in Oldenburg. Soweit es ging, durfte sich jeder das Horn aussuchen, das er gern spielen mochte. Bezahlen musste er es natürlich auch. Eine gebrauchte Trompete kostete 10,- RM, ein Althorn 20-40,- RM, ein Tenorhorn so etwa 70-90,- RM und ein Bass 150-200,- RM. Geübt wurde zweimal die Woche im Nebenraum der damaligen Notkirche von Sedelsberg. Zwischendurch besuchte der eine den anderen, um zu Hause die schwierigen Stellen zu üben.
Anfangs klang alles noch sehr schief und wenn es mal allzu schlimm wurde, brüllte Kaplan Meyer die Musiker auch wohl an. Streng war er, der Dirigent. Pünktlich um 7 Uhr begann die Probe. Wer zweimal fehlte, brauchte gar nicht wiederzukommen. Die Musiker haben bei ihm dennoch sehr viel gelernt. Höhepunkt im Jahr waren für die Musiker Ostern und Weihnachten. Bei den Nationalsozialisten durfte der Verein ohne Genehmigung nicht öffentlich auftreten, außer auf dem Kirchengrundstück. Mit den Nazis gab es öfter Reibereien. Nicht nur Kaplan Meyer musste deshalb Sedelsberg verlassen. Zunächst sorgte er noch von Hilkenbrook aus. Auf die Dauer ging das natürlich nicht und der junge Verein litt sehr darunter. Kurze Zeit wurde die Kapelle von Josef Lampe geleitet, dann von Wilhelm Töpfel, später von Eduard Gehlenborg.

1939 bis 1945

Als der Krieg ausbrach bedeutete das das vorzeitige Aus für den Verein. Während der Kriegszeit ruhte die Vereinsarbeit.

1948

Nach dem Krieg begann ein neuer Abschnitt. Es dauerte drei Jahre, bis sich musikbegeisterte junge Leute zusammen fanden, um eine neue Kapelle zu gründen. Erster Nachkriegsdirigent wurde Josef Gerwing. Zu seinen Musikern zählten: Heinrich Thien, Hans Focken, Herman Bartels, Josef Meyer, Alois Meyer und Josef Lampe. Die Instrumente wurden im Dorf zusammengesucht, soweit sie die Kriegswirren überdauert hatten und noch bespielbar waren. Geübt wurde bei Gerwing in der Bauernküche. Später übte man in Peiter-Jans Werkstatt.

1949

Der erste öffentliche Auftritt war beim Osterfeuer 1949. Im Spätsommer 1949 tauchte Paul Schneider aus Schlesien in Sedelsberg auf. Er war erfahrener Militärmusiker. Schneider übernahm alsbald die Leitung des Vereins. Sehr bald schon tauchten neue Nachwuchsmusiker auf und neue Instrumente mussten gekauft werden. Die Anschaffung übernahm die katholische Arbeiterbewegung (KAB) und die Instrumente wurden zunächst Eigentum der KAB.
Im Jahre 1949 fand in Sedelsberg auch das erste Schützenfest nach dem Kriege statt. Bei einem solch wichtigen Ereignis hätte die Kapelle eigentlich mitwirken müssen, doch Dirigent Schneider lehnte wegen mangelhafter Leistungen ab.

1950

Ein Jahr später waren die Männer auf Vordermann gebracht und konnten den ersten öffentlichen Applaus unter der Leitung von Schneider sowohl auf dem Schützenfest, als auch auf weiteren Auftrtten ernten.